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Autor
Melo, Patrícia

Gestapelte Frauen

Untertitel
Roman. Aus dem Portugiesischen von Barbara Mesquita
Beschreibung

In ihrem neuen Buch Gestapelte Frauen beschäftigt sich Patrícia Melo mit der stetig steigenden Zahl der Morde an Frauen in Brasilien Und vereint gekonnt Gesellschaftskritik mit einer packenden Krimihandlung. Die Exkurse in die mythische Welt der indigenen Völker Amazoniens verleihen der Erzählung eine weitere spannende Komponente, die im Verlauf der Handlung zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Gestapelte Frauen ist ein vielschichtiges und wichtiges Buch, ein beklemmender und packender Krimi, der auf einer grausamen Realität basiert.
(azsführliche Besprechung unten)

Verlag
Unionsverlag, 2021
Format
Gebunden
Seiten
256 Seiten
ISBN/EAN
978-3-293-00568-6
Preis
22,00 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Patrícia Melo (*1962 in São Paulo) zählt zu den wichtigsten Stimmen der brasilianischen Gegenwartsliteratur. Nach ihrem Studium in São Paulo arbeitete sie beim Fernsehen. In ihrem sozialkritischen Werk, bestehend aus Kriminalromanen, Hörspielen, Theaterstücken und Drehbüchern, beschäftigt sie sich mit der Gewalt und Kriminalität in Brasiliens Großstädten. Melo wurde u. a. mit dem Deutschen Krimipreis und dem LiBeraturpreis ausgezeichnet, die Times kürte sie zur »führenden Schriftstellerin des Millenniums« in Lateinamerika. Sie lebt in Lugano.

Zum Buch:

In ihrem neuen Buch Gestapelte Frauen beschäftigt sich Patrícia Melo mit der stetig steigenden Zahl der Morde an Frauen in Brasilien Und vereint gekonnt Gesellschaftskritik mit einer packenden Krimihandlung. Die Exkurse in die mythische Welt der indigenen Völker Amazoniens verleihen der Erzählung eine weitere spannende Komponente, die im Verlauf der Handlung zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Eine junge Anwältin soll im Auftrag ihrer Kanzlei in einer entlegenen Amazonasregion die Verfahren und Gerichtsverhandlungen von Femiziden dokumentieren. Sie ist froh über die Unterbrechung ihres Lebens in Sao Paulo und über die so gewonnene Distanz zu ihrem Freund, der sie kurz zuvor auf einer Party unvermittelt geohrfeigt hat.

Die tiefe Verletzung der namenlosen Protagonistin beginnt aber nicht mit dieser sondern liegt in einem lange verdrängten Trauma. Gleich am ersten Abend in der neuen Stadt lernt sie Marco kennen, den Sohn einer Schamanin. Mit ihm begibt sie sich immer wieder in das Dorf seiner Mutter und dringt mit Hilfe bewusstseinserweiternder Drogen immer tiefer in ihr Unterbewusstsein vor. Während sie sich den Dämonen in ihrer eigenen Vergangenheit annähert, dokumentiert sie bei Gericht die Geschichten der meist von ihren Männern oder Familienmitgliedern getöteten Frauen. Bald türmen sich die Dokumenten der Grausamkeit gegen Frauen zu Stapeln, den titelgebenden „gestapelten Frauen”.

Gemeinsam mit der Staatsanwältin Carla, die seit Jahren den scheinbar aussichtslosen Kampf gegen die Gewalt gegen Frauen führt, recherchiert sie den grausamen Mord an einem indigenen Mädchen. Die Täter sind bald gefasst und genauso schnell wieder auf freiem Fuß, denn sie genießen den Schutz der alten Familien. Es sind die gleichen Familien, die seit Jahrhunderten die indigene Bevölkerung ausbeuten und sukzessive vernichten, das Machtgefüge beherrschen und die Justiz korrumpieren. Anstatt Gerechtigkeit für das Mädchen zu fordern und die Täter zu verurteilen, richtet sich die Öffentlichkeit immer mehr gegen die beiden Frauen. Es gibt weitere ungeklärte Morde, die Stimmung wird beklemmender, und plötzlich taucht der gewalttätige Exfreund auf, der das Ende der Beziehung nicht akzeptieren will.

Gestapelte Frauen ist ein vielschichtiges und wichtiges Buch, ein beklemmender und packender Krimi, der auf einer grausamen Realität basiert.

Andrea Schulz, autorenbuchhandlung marx & co, Frankfurt